Die Pflegereform

609507_web_R_K_B_by_Petra Bork_pixelio.deDie Lebenserwartung der Menschen steigt und ältere Menschen sind häufiger von Krankheiten geplagt, die es erfordern, dass sie Hilfe an ihrer Seite haben, um den Alltag bewältigen zu können.

In welcher Höhe Leistungen von der Pflegekasse bewilligt werden, ist bisher in erster Linie von der zugeordneten Pflegestufe abhängig. Diese wird auf der Grundlage eines so genannten Pflegetagebuches ermittelt, das von den Pflegenden zu führen ist und für das Gutachten des medizinischen Dienstes der Pflegekasse eine wichtige Rolle spielt. Dabei wird die tatsächliche Zeit für den Aufwand zu Grunde gelegt, die bei wesentlichen, täglichen Verrichtungen des Kranken für die Pflege aufgewendet wird. Bereiche sind z.B. Hilfe im Haushalt, Körperhygiene, Mobilität. Hier blieb bisher der Aspekt von psychischen Problemen und sozialer Integration sowie Kommunikation mehr oder weniger außen vor. Gerade die Demenz ist sehr weit verbreitet und wird noch stärker Berücksichtigung in der Pflegeversicherung finden. Besonders pflegende Angehörige und ältere Menschen mit geistiger Verwirrung sollen hier von der Reform profitieren. Aber auch ausländische Pflegekräfte sollen es leichter haben, ebenso wie der grundsätzliche Mangel an Pflegefachkräften in Deutschland in Angriff genommen werden muss, mit größeren Anreizen und verbesserten Ausbildungschancen.

Da die Zahl der pflegenden Angehörigen nicht gerade niedrig ist, diese aber große Probleme mit der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf haben, soll auch hier eine wesentliche Entlastung über eine Arbeitszeitverkürzung mit gleichzeitiger Lohnverringerung geschaffen werden. Zunächst soll eine Kürzung der Arbeitzeit um die Hälfte, begrenzt auf zwei Jahre, möglich sein. Während dieser Zeit erhält der Arbeitnehmer dann nur 75 Prozent seines Gehaltes.

Pflegepersonal ist Mangelware in Deutschland. Das ist eigentlich nichts Neues. Auch ist nicht neu, dass sich viele ausländische Pflegekräfte um die Belange der kranken Menschen kümmern. Diese Pflegekräfte hatten aber bisher einen großen bürokratischen Aufwand zu bewältigen, um ihre Pflegedienstleitung überhaupt in Deutschland anbieten zu können. Das soll mit der Pflegereform 2011 vereinfacht werden. Auch die Attraktivität für Pflegeberufe soll gesteigert werden. Förderung im Bereich des Ausbildungswesens und verbesserte Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal stehen bei der Reform im Vordergrund. Denn Pflege ist nicht nur ein rein wirtschaftlicher Aspekt, auch die persönliche Beziehung zwischen Pflegepersonal und Hilfebedürftigem spielt eine Rolle. Durch Überlastung und Fachkräftemangel wird die Pflege zu einer lästigen Routine, bei der Zuwendung und Freundlichkeit auf der Strecke bleiben müssen. Und gerade das ist doch in allen Berufen, die sich so intensiv mit dem Menschen beschäftigen, sehr wichtig. Auch hier will die Reform anknüpfen.

Neue Wege in der Beitragszahlung sind ein weiterer Aspekt der Pflegereform 2011. Ein höherer Pflegebedarf, aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung, erfordert auch höhere Beiträge in der Pflegeversicherung. Es ist angedacht, dass jeder Versicherte zukünftig einen gewissen Betrag in eine zusätzliche, private Absicherung einzahlt und das sogar verpflichtend. Eine Beteiligung von Seiten des Arbeitgebers, wie bei der regulären Einzahlung bisher, ist hier nicht vorgesehen.

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Bild: © Petra Bork / PIXELIO