Pflegeversicherung ohne Gesundheitsfragen

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Mehr Pflege im Alter

Eine Pflegeversicherung ohne Gesundheitsfragen ist bei einem privaten Versicherer kaum zu bekommen. Anders als die staatliche Pflegeversicherung, in die jeder Arbeitnehmer einzahlt, hat die sogenannte Pflegezusatzversicherung verschiedene Stufen der Auszahlung, nämlich Pflegerente, Pflegekosten und Pflegetagegeld. Wer einen Vertrag abschließt, muss sich bereits im Vorfeld für eine der Varianten entscheiden. Eine Pflegezusatzversicherung besitzt aber noch einige andere Unterschiede, die tiefgreifend sind und deutlich machen, dass die Pflege in Deutschland äußerst kompliziert berechnet wird. Für den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung zählen Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen ebenso wie das Einkommen. Die statistischen Erhebungen haben gezeigt, dass Frauen länger leben, deutlich öfter Pflege benötigen und im Alter ein geringeres Einkommen haben als Männer. Frauen müssen daher früher anfangen in eine Pflegezusatzversicherung einzuzahlen. Aber auch für junge gesunde Menschen gibt es keine Pflegeversicherung ohne Gesundheitsfragen, bei bestimmten Vorerkrankungen wird die Versicherung einen Vertrag ablehnen, weil ihr das Risiko zu hoch erscheint, dass eine bestimmte eingezahlte Summe nicht erreicht werden kann und der Verlust vorprogrammiert ist. Eine Wartezeit von drei Jahren ist fast immer üblich, nur bei Unfällen entfällt diese Wartefrist.

Genau vergleichen spart Ärger und Geld

Die Versicherungsbedingungen sind unterschiedlich, und es lohnt sich, genau zu vergleichen, wie die Konditionen aussehen. Das fängt schon bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit an. Nicht immer wird die Einstufung der Pflegekasse akzeptiert. Einige Versicherer verlangen in diesem Fall einen enormen Aufwand, wie zum Beispiel eigene ärztliche Untersuchungen, der sich vermeiden lässt, wenn die Bedingungen im Vorfeld genau geprüft werden. Sobald der Pflegefall eintritt, kann die Zusatzversicherung in Anspruch genommen werden. Wer sich bei Vertragsabschluss für ein Pflegetagegeld entscheidet, hat als Ansprechpartner die privaten Krankenversicherungen. Für jeden Tag, an die Pflege notwendig ist, zahlt die Versicherung einen festgelegten Betrag, der zur freien Verwendung bestimmt ist. Davon kann also eine private Pflegekraft bezahlt werden, sie gilt für den häuslichen Pflegedienst oder auch für Angehörige, die die Pflege übernehmen. Während der Laufzeit der Pflegeversicherung ist ohne Gesundheitsfragen eine Erhöhung der Beiträge möglich. Das empfiehlt sich immer dann, wenn das Einkommen dauerhaft stabil bleibt, grundsätzlich sollten die monatlichen Beiträge den Einkommensverhältnissen angepasst sein. Die gesetzliche Pflegekasse sorgt nur für die Grundleistungen, was besonders bei einer Heimunterbringung problematisch werden kann. Deshalb ist es wichtig, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen, um für das Alter vorzusorgen. Eine Einmalzahlung der gesamten Summe, um sich beispielsweise in ein Heim oder eine betreute Wohngruppe einzukaufen, ist nicht möglich.

Absicherung für Pflegefall

Mit einer Pflegekostenversicherung wird die monatliche Belastung deutlich niedriger ausfallen. Allerdings gilt es auch hierbei einiges zu beachten. Die Versicherung zahlt einen monatlichen Zuschuss zu den tatsächlich angefallenen Pflegekosten. Sollten Angehörige die Pflege übernommen haben, wird es schwierig, denn sie haben kaum die Möglichkeit, genaue und wirtschaftliche Abrechnungen vorzulegen. Wer sich bei Vertragsabschluss für diese Art der Vorsorge entschieden hat, sollte einen häuslichen Pflegedienst oder die Heimunterbringung in Erwägung ziehen. Hier werden die Kosten genau abgerechnet und sind für die Versicherer nachvollziehbar. Die Zuschüsse der Pflegekostenversicherung sind auf einen bestimmten jährlichen Betrag beschränkt, dennoch erleichtern sie die finanziellen Aufwendungen, die monatlich aufgebracht werden müssen. Eine Erhöhung der Beiträge und damit der Zuschüsse für den Pflegefall ist kaum möglich, Erhöhungen orientieren sich an der gesetzlichen Pflegeversicherung. Der Versicherte muss auch im Pflegefall die monatlichen Beiträge weiter zahlen. Bei fast allen Pflegezusatzversicherungen ist es unbedingt notwendig, die Beiträge pünktlich zu zahlen und auch keine Kündigung vorzunehmen. Die bis dahin gezahlten Beiträge werden nicht zurückerstattet, und es können im Pflegefall auch keine Leistungen beansprucht werden.

Sinnvolle Vorsorge für den Ernstfall

Mit der Pflegerente bietet sich eine weitere Möglichkeit der Vorsorge durch Lebensversicherer, wobei die Rente ausgesprochen flexibel eingesetzt werden kann. Sie wird abhängig von der Pflegestufe gezahlt, die Art der Pflege spielt in diesem Fall keine Rolle. Experten raten dazu, eine Pflegezusatzversicherung unbedingt für Pflegestufe II und I abzuschließen, damit ist die Betreuung im Pflegefall gewährleistet. Die Pflegerente besitzt einige Besonderheiten, die sie von den anderen Formen der Zusatzversicherungen abhebt. So ist es hier möglich, die gesamte Summe in einer Einmalzahlung zu erhalten, damit wäre der Einkauf in eine betreute Wohngruppe oder ein Pflegeheim abgedeckt. Sobald der Pflegefall eintritt, entfällt die Beitragszahlung, auch eine Unterbrechung der Vertragslaufzeit ist möglich. Im Fall einer Kündigung erhält der Versicherte allerdings nur einen kleinen Teil der Beiträge nach einer mehrjährigen Wartezeit zurück. Auch diese Art der Pflegeversicherung kann nicht ohne Gesundheitsfragen abgeschlossen werden, es besteht ebenfalls eine Wartefrist, bis die Versicherung in Anspruch genommen werden kann, dann ist sie jedoch sehr flexibel und kann für pflegende Angehörige ebenso eingesetzt werden wie für einen Pflegedienst oder eine Heimunterbringung.

Pflege gezielt in Anspruch nehmen

Sobald jemand pflegebedürftig wird, springen meist die Kinder ein, um den Angehörigen zu betreuen. Viel zu selten jedoch werden Anträge gestellt, um die gesetzliche Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen. Die private Pflegezusatzversicherung ist ein festes Fundament, auf dem die Vorsorge für den Pflegefall ruht. Auch wenn eine solche Pflegeversicherung nicht ohne Gesundheitsfragen abgeschlossen werden kann, ist es gerade für junge Menschen wichtig, bereits frühzeitig daran zu denken.

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